Enkeltrick – Maschen der Betrüger erkennen

  • 27. August 2020
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Schützen Sie sich gegen den Enkeltrick

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Der Enkeltrick wird auch Neffentrick genannt – hierbei handelt es sich um organisierte Kriminalität und eine Form des Trickbetrugs. Der Neffentrick kann für die Opfer existenzbedrohend sein, da die vermeintlichen Verwandten viel Geld von den Betroffenen erbeuten können. Häufig richtet sich der Enkeltrick an hilflose Personen.

Das sind die Opfer des Enkeltricks:

  • Alte und einsame Menschen
  • Schwerhörige
  • Demente Personen

Am häufigsten werden weibliche Seniorinnen zum Opfer dieser Masche. Bei dem Enkeltrick handelt es sich um eine Masche, die bereits seit 20 Jahren trotz aller Warnungen erfolgreich angewandt wird.

Zwar gibt es keine offiziellen Zahlen des Bundeskriminalamts, aber man befürchtet, dass die Dunkelziffer wesentlich höher als gedacht ist.

Das liegt daran, dass sich Senioren im Nachhinein schämen, die Tat anzuzeigen, da sie auf den Trick reingefallen sind

Statistik zum Enkeltrick

Allein in Baden-Württemberg haben „falsche Polizisten“ und „Enkel“ im letzten Jahr rund 10,5 Millionen Euro erbeuten können, das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik des Landes hervor. So hat sich die Zahl der bekannten Fälle verdoppelt.

Wie funktioniert der Enkeltrick?

Die Täter sitzen häufig in Call-Centern im Ausland und durchforsten das Telefonbuch nach alt klingenden Vornamen – anschließend wird das potenzielle Opfer angerufen.

Häufig melden sich die Betrüger mit den folgenden Worten:

  1. „Rate mal wer hier spricht?“ oder „Hallo Oma, weißt du nicht, wer dran ist?“. Mit diesen Worten versuchen die Täter, einen Namen aus dem Verwandtenkreis zu erfahren und sich genau als diese Person auszugeben.
  2. „Hallo Oma, ich bin es, deine Enkelin. Ich hatte einen Unfall und bin verletzt, es ist aber nichts Schlimmes passiert. Die andere Frau muss operiert werden und ich möchte das ohne großen Zirkus klären, das kostet Geld…

Die Taktiken der Betrüger

Wichtig ist, dass Sie oder Ihre Angehörigen die Maschen der Trickbetrüger erkennen. Die Szenarien können sich unterscheiden, jedoch geben die vermeintlichen Enkel oder Verwandten meist folgende Gründe an, um Geld zu erbeuten:

  • Finanzielle Notlage – Unfall, Kauf einer Immobilie oder Wohnung
  • Unterstützung bei Krankheit
  • Sonstige Notlage, in der Geld benötigt wird

Die Betrüger müssen sich nicht immer als die Neffen ausgeben, sondern können auch die Rolle von guten Bekannten oder sonstigen Verwandten einnehmen. Der zentrale Punkt ist, dass sie versuchen, während sie sich als eine bestimmte Person ausgeben, das Vertrauen des Opfers zu erschleichen.

Psychischer Druck und Verschwiegenheit

Zum einen versuchen die Betrüger mit vielen Anrufen, die aufeinander folgen, immensen psychischen Druck auf das Opfer auszuüben. Das zwingt das Opfer regelrecht, eine Entscheidung zu treffen und gibt ihm nicht die Möglichkeit, lange darüber nachzudenken und Freunde nach Rat zu fragen.

Gut zu wissen

Teil der Strategie ist, die Verschwiegenheit gegenüber Dritten einzufordern – zum Beispiel: Erzähl bitte den anderen nichts davon.

Abholung

Wenn das Opfer einwilligt, das Geld rauszurücken, dann gibt der Betrüger vor, das Geld aufgrund der aktuellen Situation nicht abholen zu können, und nennt einen Boten oder Bekannten, der den Betrag abholen wird.

Wenn die Person den Betrag nicht parat hat, instruiert der Täter einen Fahrer, der das Opfer abholen kommt und zur Bank bringt – oder der Täter ruft ein Taxi.

Die aktuelle Variante des Enkeltricks

Es gibt eine neue Variante des Enkeltricks, auf die wir Sie aufmerksam machen möchten.

Nicht auf die Masche reinfallen!

Falsche Polizisten rufen bei den Opfern an und geben an, dass in der Nachbarschaft eingebrochen wurde – oder Betrüger auf dem Weg sind, um Wertgegenstände oder Bargeld des Opfers zu erbeuten.

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Die vermeintlichen Polizeibeamten erklären den Opfern, dass Beamte in Kürze vorbeikommen werden, um Bargeld und Wertgegenstände an einem sicheren Ort zu lagern.

Es kann auch vorkommen, dass die Menschen aufgefordert werden, die Gegenstände oder Bargeld an einem bestimmten Ort zu verstecken. Wenn die Opfer einwilligen, haben die falschen Polizisten leichtes Spiel – und holen ihre Beute ab.

Prävention statt Intervention

Leider ist es schwer, die Täter zu ermitteln, da diese wie bereits erwähnt aus dem Ausland agieren und dies die Ermittlungen erschwert. Darum ist Prävention in Form von Aufklärung die beste Lösung.

Gut zu wissen

Sprechen Sie mit älteren Angehörigen und Menschen über die Methoden der Betrüger, um diese vor dem perfiden Enkeltrick zu schützen.

Tipps gegen den Enkeltrick

  • Erraten Sie nicht den Namen des „Verwandten oder Bekannten“ – fordern Sie Ihr Gegenüber auf, den Namen zu nennen und nehmen Sie nicht an „Ratespielchen“ teil.
  • Legen Sie sofort auf oder kontaktieren Sie die Polizei unter der 110, wenn ein Enkel am Telefon Geld von Ihnen fordert.
  • Misstrauen zeigen – besonders, wenn sich jemand am Telefon als Verwandter oder Bekannter ausgibt, das hat nichts mit Unhöflichkeit zu tun. Erfragen Sie im Zweifelsfall Dinge, die nur Verwandte kennen.
  • Keine Angaben machen – weder zu familiären noch zu finanziellen Verhältnissen.
  • Namen im Telefonbuch abkürzen lassen – Täter suchen nach alten deutschen Namen und werden so auf Sie aufmerksam. Aus Gisela Müller wird G. Müller.
  • Nicht unter Druck setzen lassen – Halten Sie Rücksprache mit einer Ihnen nahestehenden Personen, am besten jemandem, der den vermeintlichen Bekannten oder Verwandten kennt. Und nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des vermeintlichen Betrügers zu prüfen.
  • Übergeben Sie nie Geld an eine Ihnen unbekannte Person und lassen Sie keine fremden Menschen in Ihre Wohnung.
Sind Sie Opfer des Enkeltricks? Kontaktieren Sie die Polizei!

Wenn Sie Opfer des Enkeltricks geworden sind, erstatten Sie umgehend Anzeige und wenden Sie sich an die Polizei. Sie sollten sich auf keinen Fall schämen, dass Sie auf die Betrugsmasche reingefallen sind.

Das gibt die Hoffnung, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden und Sie helfen der Polizei bei den Ermittlungen, indem Sie Zusammenhänge erkennen. Ein schwacher Trost – aber wer weiß, wie vielen potenziellen Opfern Sie mit einer Anzeige helfen!

Autor Sven

Country Manager von Financer Deutschland

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Zuletzt aktualisiert 27. August 2020

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