Finanzielle Unterstützung für Arbeitslose

  • 22. März 2020
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Es ist einer der wichtigsten und aussagekräftigsten Faktoren für die aktuelle Wirtschaftslage in Deutschland – die Zahl der Arbeitslosen. Rein statistisch sieht es gut aus – die Arbeitslosenzahl hat sich innerhalb von 15 Jahren mehr als halbiert.

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Während die durchschnittliche Arbeitslosenzahl im Jahr 2005 noch 4,86 Millionen betrug, gibt es 2020 nur 2,41 Millionen registrierte Arbeitslose.

Somit ist die Arbeitslosenquote in Deutschland deutlich niedriger als im Vergleich zum Durchschnitt der Europäischen Union – aber dennoch sieht die aktuelle Lage für viele Menschen hierzulande nicht rosig aus.

Krankenkassenbeiträge

Alle Bundesbürger müssen gesetzlich versichert sein – das gilt auch für jene, die Arbeitslosengeld I und II beziehen. Kommt es zu einer Arbeitslosigkeit und wird diese ordentlich gemeldet, so übernimmt die Bundesagentur für Arbeit die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung.

GEZ

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Empfänger von Arbeitslosengeld II, also Hartz IV-Empfänger, sind von den Rundfunkgebühren befreit. Dafür reicht es aber nicht, sich arbeitslos zu melden und auf eine Befreiung zu hoffen, da die Agentur für Arbeit nicht im Austausch mit der GEZ steht.

Bedeutet: Es ist Ihre Aufgabe, den Antrag zu stellen. Dieser Antrag lässt sich hier online ausfüllen.

Natürlich müssen Sie bescheinigen, dass Sie arbeitslos sind – hierfür reicht zum Beispiel eine Bescheinigung der Agentur für Arbeit.

Büchergeld

In Deutschland herrscht grundsätzlich Lehrmittelfreiheit – was bedeutet, dass jeglich Lerninhalte (Bücher, CD’s…) unabhängig vom Einkommen jedem Bundesbürger zur Verfügung stehen sollten.

In folgenden Bundesländern herrscht Lehrmittelfreiheit:

  • Baden-Württemberg
  • Bremen
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Sachsen

In den restlichen Bundesländern herrscht keine beziehungsweise eine eingeschränkte Lehrmittelfreiheit. Für Asylbewerber sowie Arbeitslose gibt es hier finanzielle Unterstützung in Form einer Befreiung des Beitrages.

Gründungszuschuss

Sind Sie arbeitslos und ziehen Sie den Schritt in die Selbstständigkeit in Erwägung?

Als Empfänger von Arbeitslosengeld I erhalten Sie finanzielle Unterstützung in Form des Gründungszuschusses – Empfänger von ALG II erhalten das sogenannte Einstiegsgeld.

Den Gründungszuschuss erhalten Sie zunächst sechs Monate in Höhe des Arbeitslosengeldes + 300,- EUR. Danach können Sie noch neun weitere Monate den Gründungszuschuss zusätzlich zum Arbeitslosengeld erhalten.

Das Einstiegsgeld hingegen wird bis zu 24 Monate bezahlt. Die Höhe der Unterstützung ist hier nicht gesetzlich festgelegt, sondern wird individuell bemessen und hängt von zahlreichen Faktoren ab.

Dazu gehören:

Wer den Schritt in die Selbstständigkeit erwägt und ein Startkapital benötigt, kann auch einen Kredit für Arbeitslose oder Kredit ohne Einkommensnachweis in Anspruch nehmen.

Exkurs: Beschäftigung und Arbeitslosengeld

Arbeitslose dürfen maximal 15 Stunden pro Woche arbeiten – übersteigt Ihre Arbeitszeit diese Stundenzahl, müssen Sie sich von der Arbeitslosigkeit abmelden. Auf Ihr Nebeneinkommen haben Sie einen Freibetrag von 165,- EUR im Monat. Übertrifft Ihr Einkommen den Freibetrag, wird Ihr Arbeitslosengeld gekürzt.

Dazu gehören:

  • Arbeitsbekleidung
  • Fahrtkosten
  • Ausgaben für Arbeitsmaterial

Bildungsgutscheine

Bildung und Finanzen müssen in Deutschland nicht in einem Gegensatz stehen – denn auch hier gibt es finanzielle Unterstützung für Arbeitslose in Form eines Bildungsgutscheins.

Der Bildungsgutschein kann in Anspruch genommen werden, um die Chance auf eine Beschäftigung zu erhöhen, um einen fehlenden Berufsabschluss nachzuholen oder um einer drohenden Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken.

Folgende Kosten können übernommen werden:

  • Bücher
  • Prüfungen
  • Lehrgänge

Einen Bildungsgutschein erhalten Sie übrigens nur unter der Voraussetzung, dass Sie zuvor durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter beraten wurden. Sie können ihn telefonisch beantragen.

Wohngeld

Wohngeld steht grundsätzlich nicht nur Arbeitslosen zur Verfügung, sondern jedem Bürger, der aufgrund eines zu niedrigen Verdienstes nicht in der Lage ist, Miet- oder Eigentumskosten zu zahlen.

Beim Wohngeld handelt es sich um einen „festgelegten Betrag“, der sich aus folgenden Aspekten errechnet:

  • Anzahl der Personen im Haushalt
  • Höhe des Einkommens der Familie
  • Kosten für Miete oder Eigentum

Das Wohngeld wird in der Regel für zwölf Monate bewilligt und muss nach Ablauf des Zeitraums neu beantragt werden.

Für Mieter heißt das Wohngeld Mietzuschuss – für Eigentümer heißt es Lastenzuschuss.

Sport und Kultur

Im Bereich Sport und Kultur gibt es keine gesetzlichen Regelungen, jedoch können Arbeitslose hier auf Ermäßigungen hoffen. Am besten erkundigen Sie sich hier bei lokalen Einrichtung, wo ein Rabatt möglich sein könnte.

Telefonkosten

Wussten Sie, dass Arbeitslose auch beim Telefonieren auf finanzielle Unterstützung zählen können?

Als bislang einziger Dienstleister bietet die Telekom GmbH einen Sozialtarif für Arbeitslose, Studenten sowie Menschen mit einem Behinderungsgrad von mindestens 90 % an.

Um Anspruch auf den Sozialtarif zu erhalten, müssen Arbeitslose die GEZ-Befreiung vorlegen. Diese wird durch den Deutschlandradio-Beitragsservice sowie ARD und ZDF bescheinigt.

Fazit

Neben dem Arbeitslosengeld gibt es in Deutschland glücklicherweise viele finanzielle Stützen in Form von Ermäßigungen für Arbeitslose. Diese sollten Sie auch in Anspruch nehmen.

Dieser Beitrag hat nur eine Reihe von Möglichkeiten aufgezählt, Unterstützungen zu erhalten. Vereinbaren Sie ein Gespräch im Arbeitsamt oder kontaktieren Sie einen Sozialarbeiter, um sich über weitere Ermäßigungen zu informieren und alle Optionen auszuschöpfen!

Schauen Sie auch in unseren Spartipps, wie Sie Ihre laufenden Ausgaben senken können.

Autor Sven

Country Manager von Financer Deutschland

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Zuletzt aktualisiert 3. Juli 2020

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