Inflation

einfach erklärt

Häufige Fragen zur Inflation

Inflation

Ist die Inflation negativ oder positiv?

Für Schuldner ist die Inflation eher positiv zu sehen. Mit einer höheren Inflation sinkt nämlich die Schuldenlast. Deshalb sind vor allem hochverschuldete Staaten daran interessiert, eine möglichst hohe Inflation zu erzeugen.

Sparer, die Ihr Geld auf Sparkonten bzw. in Anleihen angelegt haben, werden von der Inflation negativ beeinflusst. Die Inflation senkt ihre Rendite, so dass sie eine negative reale Rendite erhalten.

Wie kann man die Inflation als Sparer bekämpfen?

Die einzige Möglichkeit, wie Sparer die Inflationsrate bekämpfen können, ist das langfristige Investieren in risikofreudige Anlageklassen. Sachwerte, die über lange Zeit nicht an Wert verlieren, sind auch beliebte Investitionsformen, die Sparer vor der Inflation schützen.

Wie hoch ist die aktuelle Inflation?

Die Inflationsrate in Deutschland wird monatlich vom statistischen Bundesamt erhoben. Aktuell hält sich die Inflation knapp unter 2% im Jahr. Genauere Daten finden Sie in der Statista Grafik, welche die Entwicklung der Inflationsrate in monatlichen Intervallen seit April 2017 abbildet.

Was passiert mit den Schulden bei einer steigenden Inflation?

Dies ist vor allem von der Höhe der Inflation sowie der Höhe der Zinsen abhängig. Steigt die Inflation höher als die Zinsen, wird der Kredit weniger wert und Kreditnehmer zahlen weniger zurück. Man muss jedoch auch beachten, dass bei einer steigenden Inflation auch die Preise für Alltagsprodukte steigen. Bei einer schleichenden Inflation gibt es für die Kreditnehmer daher keinen wirklichen Vorteil.

Welche Inflationsarten gibt es?

Man unterscheidet zwischen drei Inflationsarten:

Schleichende Inflation bis zu 5%
Galoppierende Inflation bis zu 20%
Hyperinflation bis 50%

Während eine schleichende Inflation der Wirtschaft in gewissen Punkten hilft, führt eine galoppierende Inflation sowie eine Hyperinflation zum Verlust des Vertrauens in das Geldsystem. Deutschland hat im Zeitraum nach dem 1. Weltkrieg eine Hyperinflation erlebt, bei welcher man für ein Brot mehrere Millionen Deutsche Mark ausgeben musste.

Wie kann ich die persönliche Inflation berechnen?

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden misst die Inflation in Deutschland. Es werden Warenkörbe von Produkten und Dienstleistungen erstellt und miteinander in regelmäßigen Abständen verglichen. Da jedoch ein jeder andere Güter konsumiert, sind diese Daten eher nur zu statistischen Zwecken geeignet. Wenn Sie Ihre persönliche Inflation berechnen möchten, nutzen Sie diesen kostenlosen Inflationsrechner vom Statistischen Bundesamt.

wertminderungJeder hat schon einmal den Begriff Inflation gehört. Viele Menschen wissen, dass es sich dabei um die Geldentwertung handelt. Wie jedoch diese Inflation entsteht und welche Folgen sie für die Wirtschaft hat, ist vielen nicht mehr bewusst. Heute erklären wir Ihnen, was eine Inflation ist und wie diese Ihre persönlichen Finanzen beeinflusst.

Was geschieht bei einer Inflation?

Die Inflation führt dazu, dass Ihr Geld weniger wert wird. Sie können sich daher mit 100,- EUR heute weniger kaufen als im letzten Jahr. Gleichzeitig werden Produkte und Dienstleistungen teurer.

Bei der Inflation unterscheidet man zumindest zwischen zwei Kategorien:

  1. Geld wird aufgrund des Wertverlustes des Geldes weniger wert: Dies ist der Fall, wenn sich das im Umlauf befindliche Geld erhöht. Wenn die Europäische Zentralbank eine expansive Geldpolitik betreibt, wird mehr Geld in Umlauf gebracht, als Waren produziert werden. Je mehr neues Geld gepresst wird, desto höher die Geldentwertung bzw. Inflation.
  2. Produkte und Dienstleistungen werden teurer: Hier spielt einerseits die Nachfrage, andererseits die Menge an vorhandenen Ressourcen eine Rolle.

Erhöht sich die Nachfrage nach Gütern und kann diese von der Industrie nicht mehr gedeckt werden, erhöht sich deren Preis.

Wenn sich die Kosten für die Schöpfung von Rohstoffen bzw. die Herstellung von Produkten erhöhen, werden diese Kostenerhöhungen an die Endverbraucher weitergegeben.

Wer ist für die Inflation zuständig?

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist für die europäische Wirtschaft zuständig. In Zeiten der Finanzkrise trifft die EZB Maßnahmen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Eine dieser Maßnahmen ist die Senkung des Leitzins.

Die EZB muss in ihrer Preispolitik stets eine Balance zwischen dem Wirtschaftswachstum und der Preisstabilität (Inflation) halten. Wenn die EZB den Leitzins senkt und sich die nationalen Banken günstig Geld leihen können, steigt der Konsum, die Wirtschaft wird angekurbelt und die Inflation steigt. Wenn der Leitzins steigt, sinkt das Wirtschaftswachstum und auch die Inflation.

Abgesehen vom Leitzins verfügt die EZB auch über zwei weitere Mechanismen, die die Geldmenge und somit die Inflation beeinflussen.

Mindestreserve

Durch die Erhöhung von Geldreserven wird das Geld vom Markt genommen, weil es nicht mehr verliehen werden kann. Nationale Banken müssen gewisse Reserven bei der EZB halten. In Folge dessen werden weniger Kredite verliehen und die Geldmenge am Markt sinkt und somit auch die Inflation.

Offenmarktgeschäfte

Die EZB kauft Anleihen von verschiedenen Staaten auf, um diese finanziell zu unterstützen. Damit fließt neues Geld in die Wirtschaft. Mit der Erhöhung der Geldmenge erhöht sich somit auch die Inflation. Damit kann die EZB wirtschaftlich schwachen Ländern unter die Arme greifen. Wichtig für die EZB ist vor allem, die Stabilität im Euro-Währungsraum zu halten.

Wer profitiert von der Inflation?

Vor allem verschuldete Staaten sowie Kreditnehmer profitieren von der Inflation. Je höher diese ausfällt, desto geringer die Schuldenlast. Viele Staaten bekämpfen die Inflation daher nicht aktiv, da damit die Staatsverschuldung gesenkt wird.

Auf der anderen Seite wird durch den niedrigen Leitzins auch die Wirtschaft angekurbelt und damit werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Sinkt das Wirtschaftswachstum bzw. haben die Firmen kein Geld, um zu investieren, erhöht sich auch die Arbeitslosigkeit.

Wer ist vom Leitzins negativ betroffen?

Senkt die EZB den Leitzins, spricht man von einer sogenannten Niedrigzinsphase. Wenn die Sollzinsen für die Fremdfinanzierung fallen, werden mehr Kredite aufgenommen.

Dies erhöht das Risiko einer Überschuldung bzw. kann zu einer Schuldenblase führen.

Vor allem Sparer sind von der Niedrigzinsphase negativ betroffen. Die Senkung der Zinsen bei der Kreditvergabe führt auch zu niedrigeren Zinsen für Spareinlagen.

Aktuell bieten alle Sparkonten in Deutschland derartig niedrige Zinsen, dass die Sparer beim Abzug der Inflationsrate von ca. 2% p.a. eine negative Rendite erhalten. Diese negative Rendite ist zwar besser, als wenn man das Geld bloß am Girokonto geparkt hat, reich wird man davon jedoch nicht.

Steigt der Leitzins der EZB, steigen auch die Zinsen bei Spareinlagen. Dies erhöht aber auch die Inflation und die reale Verzinsung bleibt dadurch gering. Sparer werden somit auch bei höheren Zinsen kein Vermögen aufbauen können, da die Inflation den realen Zinssatz nach unten drückt.

Tagesgeldkonten und Festgeldkonten sind somit nicht zum Vermögensaufbau geeignet. Diese Spareinlagen sollten nur genutzt werden, um das Geld für größere kurzfristige Investitionen anzusparen und nicht zu verkonsumieren. Tagesgeldkonten eignen sich auch, um eine finanzielle Reserve zu bilden. Bei finanziellen Engpässe kann man damit die Aufnahme eines Kredits vermeiden.

Positive reale Rendite – Gibt es die noch?

Die Niedrigzinsphase hat vor allem die Sparer betroffen. Sparkonten bringen schon seit einer längeren Zeit keine positive reale Rendite mehr. Die Frage, die sich nun viele Sparer stellen, ist: Wohin mit dem Geld? Einerseits möchte man über eine gewisse Sicherheit bei der Geldanlage verfügen, andererseits erwartet man auch eine möglichst hohe Rendite. Diese beiden Punkte lassen sich jedoch nicht mehr vereinbaren.

Sparer, die sich bei den traditionellen Sparmethoden sicher fühlen, sollten zumindest überlegen, ob sich ein Wechsel der Bank auszahlen kann. Schon niedrige Zinsunterschiede können Einsparungen bringen und damit die negative Rendite mindern.

Wer eine positive reale Rendite erwirtschaften möchte, der muss in risikofreudige Anlageklassen investieren. Dies bedeutet jedoch nicht, auf die Schnelle Kryptowährungen und einzelne Aktien zu kaufen. Eine gute Diversifikation ist nach wie vor die einzige Möglichkeit, das Verlustrisiko zu mindern. Anleger sollten daher in Anlageformen investieren, die eine gute Diversifizierung ermöglichen.

ETFs

Eine dieser Anlageklassen stellen die sogenannten ETFs dar. ETF ist ein börsengehandelter Indexfond, der die Wertentwicklung einer Gruppe von Aktien abbildet. Anleger investieren damit in mehrere Unternehmen gleichzeitig. Das langfristige Investieren in ETFs hat sich bei einer Laufzeit von ca. 15 Jahren immer als positiv herausgestellt. Das Wichtige bei dieser Anlageklasse ist das Halten von ETFs, auch wenn der Kurs plötzlich sinkt. Bei einem langfristigen Anlagehorizont werden die Kurse wieder steigen, wie der Trend der letzten 100 Jahre zeigt.

P2P-Kredite

Eine weitere Möglichkeit, Geld zu investieren, bei der Sie über zahlreiche Diversifikationsmöglichkeiten verfügen, ist das Investieren in P2P-Kredite. Hier investieren Sie in Konsumkredite, Immobilienkredite, Firmenkredite etc. und erhalten dafür eine entsprechende Rendite zurück. Natürlich ist es auch hier ratsam, sich über die Chancen und Risiken im Vorhinein zu erkundigen. Der Vorteil von P2P-Krediten ist die gute Diversifizierung bei diversen P2P-Plattformen wie Mintos aber auch die flexible Anlageperiode. Anleger müssen hier ihr Geld nicht über mehrere Jahre binden, um eine positive Rendite zu erwirtschaften.

Gold

Gold ist einer der wertvollsten Rohstoffe und gilt als eine sichere Anlageform, die nicht an Wert verliert. Während man 1974 knapp 4.000 USD für 1 kg Gold bezahlte, muss man heute beinahe 44.000 USD für die gleiche Menge ausgeben. Anhand dieses Trends kann man die positive Entwicklung des Goldpreises gut erkennen.

Goldpreisentwicklung-in-USD-min

Sachanlagen

Immobilien und weitere Sachanlagen sind auch gute Möglichkeiten, um sich vor der Geldentwertung zu schützen. Die Berechnung der Rendite ist in diesem Fall jedoch extrem schwierig, da niemand die Entwicklung des Marktes vorausahnen kann. Des Weiteren ist der Wert von Immobilien häufig auch von externen Faktoren, wie Umweltkatastrophen, abhängig, worauf man als Anleger kaum einen Einfluss hat.

Fazit

Wohin man sein Geld anlegen soll bzw. wie man sich vor der Inflation schützen kann hängt von der individuellen Einstellung der Sparer ab. Jeder Anleger verfolgt ein anderes Sparziel mit einem anderen Anlagehorizont.

Wichtig ist vor allem, dass man sich als Anleger bewusst macht, dass man bei der Geldanlage am Girokonto einen realen Renditeverlust von 2% im Jahr erzielt. Ist man sich darüber im Klaren, kann man Schritt für Schritt anfangen, Geld in renditefreudige Anlageklassen anzulegen.

Wie sich die Inflation in der Zukunft entwickeln wird, ist schwierig vorauszusehen. Wenn wir in der nahen Zukunft mit keiner Finanzkrise konfrontiert werden, kann man davon ausgehen, dass die EZB den Leitzins erhöhen wird. Wie bereits erwähnt, beeinflusst jedoch nicht nur der Leitzins die Höhe der Inflationsrate.

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