So bilden Sie Rücklagen und vermeiden eine Verschuldung

Auto kaputt, Kühlschrank hört auf zu kühlen, plötzlicher Unfall oder Jobverlust. Das sind alles Situationen, die Sie kaum voraussehen und planen können. Wenn Sie nicht genug Kapital zur Verfügung haben, um diese Ausgaben zu begleichen, sind Sie oft gezwungen Ihren Dispo in Anspruch zu nehmen. Wenn Sie jedoch finanzielle Rücklagen bilden, können Sie eine Fremdfinanzierung vermeiden und gleichzeitig Zinszahlungen sparen. Diese Art des Sparens für Notfälle wird auch als Notgroschen bezeichnet.

Indem Sie regelmäßig Geld auf die Seite legen, verringern Sie das Verschuldungsrisiko und Sie müssen sich auch keine Gedanken machen, wenn plötzlich eine unerwartete Rechnung auf Sie zukommt.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie am besten Rücklagen bilden und wie viel Geld Sie ungefähr bei Seite legen sollten.

Wie bildet man Rücklagen?

Rücklagen bilden Sie, indem Sie von jedem Gehalt etwas Geld auf ein gesondertes Sparkonto überweisen. Es ist empfehlenswert, mindestens 5% von jedem Gehalt zu sparen. Bei Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld sollten Sie bis zu 30% weglegen. Der genaue Betrag hängt natürlich auch von Ihren Lebensumständen sowie Ihrem Einkommen ab.

Die Strategie, Ihre Spareinlagen auf einem Tagesgeldkonto zu parken, empfehlen wir aufgrund der aktuellen Zinslage nicht. Dies ist jedoch auch nicht das Ziel. Ihre Rendite auf dem Tagesgeldkonto ist das Vermeiden von Zinszahlungen, die bei der Aufnahme eines Kredits für die Überbrückung Ihres finanziellen Engpasses entstehen. Ihre Rücklage ist daher nicht dazu gedacht, Vermögen aufzubauen, sondern als Notgroschen für unvorhergesehene Notfälle.

Idealerweise wählen Sie ein Sparkonto innerhalb der EU, so dass Ihre Spareinlage durch die EU-Einlagensicherung bis zu 100.000,- EUR geschützt ist. Nutzen Sie unseren Vergleich, um unterschiedliche Sparkonten der deutschen Online-Banken zu vergleichen.

Wie viel Geld sollte man auf die Seite legen?

new currencyMeist ist es empfehlenswert 3 bis 4 Bruttomonatsgehälter auf die Seite zu legen, um eventuelle finanzielle Engpässe problemlos zu begleichen. In den meisten Fällen ist nicht mehr Geld notwendig. Den darüber hinaus angesparten Betrag investieren Sie am besten in verschiedene Anlageformen wie P2P-Kredite, ETFs oder Aktien. In diesem Fall binden Sie Ihr Kapital für eine gewisse Zeit, mit dem Ziel, Vermögen aufzubauen und nicht Rücklagen zu bilden.

Für viele Personen ist es nicht sehr einfach, 3 bis 4 Gehälter anzusparen. Vor allem für Jugendliche, die gerade Ihre Karriere starten, ist es oft schwierig, so viel Geld bei Seite zu legen. Fakt ist, dass Sie auch mit einer kleineren Rücklage gewisse unerwartete Ausgaben decken können.

Außerdem hängt die Größe der Rücklage auch von Ihren Lebensverhältnissen ab. Wohnen Sie alleine oder zu zweit? Wie stabil ist Ihr Einkommen? Wie hoch sind Ihre Fixkosten? Dies sind alles Variablen, die die Höhe der Rücklage beeinflussen können.

Wovon ist die Höhe der Rücklage abhängig?

Hier sind einige Beispiel, wie unterschiedliche Lebenssituationen die Höhe Ihrer Rücklage beeinflussen können.

Alleine leben: Sie sind selbst für Ihre Finanzen verantwortlich und tragen auch selbst alle laufenden Kosten für Ihren Lebensraum. Da es nur ein einziges Einkommen gibt, um unerwartete Kosten zu begleichen, sollten Sie unbedingt eine Rücklage von mindestens 2 – 3 Monatsgehältern bilden. Es ist auch empfehlenswert, sich gegen Arbeitsunfähigkeit aufgrund von medizinischen Problemen zu versichern. Ein unerwartetes Ereignis kann zum Arbeitsverlust führen und dadurch Ihre monatlichen Einnahmen negativ beeinflussen.

Zu zweit leben: In diesem Fall verfügen Sie über zwei Einkommensquellen, welche bei Bedarf unerwartete Ausgaben leichter abdecken. Es ist auch wahrscheinlich, dass Sie in einer größeren Wohnung leben, was die laufenden Kosten für Energien sowie die Miete erhöht. Wenn Sie zu zweit leben, sollten Sie daher einen Puffer von 3 – 4 Monatsgehältern bei Seite liegen haben, um damit bei Bedarf unerwartete Ausgaben zu decken.

Familienleben: Je größer der Haushalt, desto höher die monatlichen Ausgaben und desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass unerwartete Ausgaben auf Sie zukommen. Sie sollten über eine entsprechend hohe Rücklage verfügen, um diverse Nebenkosten problemlos begleichen zu können. Ein guter Anhaltspunkt sind 4 bis 5 Monatsgehälter. Auch in diesem Fall ist es empfehlenswert, diverse Risiken mit entsprechenden Versicherungen zu minimieren.

Bitte beachten Sie, dass diese Ratschläge auf gar keinen Fall in Stein gemeißelt sind. Die Höhe Ihrer persönlichen Rücklage bleibt Ihnen überlassen. Unser Ziel ist es, Ihnen jedoch einen Denkanstoß zu geben, um Ihre Finanzen fit zu halten und unnötige Kreditzinsen zu vermeiden.

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