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Kindern den Umgang mit Geld beibringen: Tipps und Ratschläge

5 Minuten

Jeder kennt das Sprichwort: Geld regiert die Welt. Zum Glück stimmt das nicht so ganz, doch trotzdem spielt Geld eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft – wir arbeiten für Geld, um dieses für Lebensmittel, die Miete und ähnlich auszugeben.

Und natürlich auch, um unserer Familie einen gewissen Standard, wenn möglich ein gutes Leben zu ermöglichen.

Dass Geld eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft spielt, das begreifen auch Kinder, die von der Omnipräsenz des Finanziellen nicht verschont bleiben.

Besonders in der heutigen Zeit, wo es an jeder Ecke (und im Internet) alles zu kaufen gibt, was das Herz eines Kindes begehrt, entdecken Kinder bereits früh den Spaß am Konsum, und hätten gerne Spielzeuge, Konsolen, Puppen, Handys und Markenklamotten.

Doch wer bringt den Kindern eigentlich bei, mit Geld umzugehen? Die schulische Bildung blendet das Thema persönliche Finanzen und Geld weitestgehend aus – und auch in Familien mangelt es manchmal an ausreichender Kommunikation bezüglich des Geldes.

Die Konsequenzen einer mangelnden Kommunikation können verheerend sein und reichen von einer verwöhnten Einstellung, dass Geld vom Himmel fällt, bis hin zu einem ungesunden Konsumverhalten.

Wir haben in diesem Beitrag einige Tipps aufgelistet, mit denen Sie Kindern den Umgang mit Geld beibringen – oder zumindest zu einem verbesserten Verständnis darüber beitragen, dass Geld nicht auf Bäumen wächst.

Kommunikation

Wir haben es bereits erwähnt: Um das Thema Geld wird in der Schule weitestgehend ein großer Bogen gemacht und so wird es den Eltern überlassen, die Kommunikation rund um dieses Thema zu übernehmen.

Doch hierzulande hat schon jeder von dem Sprichwort „Über Geld redet man nicht“ gehört.

Warum eigentlich nicht? Geld darf in der Erziehung kein Tabu-Thema sein, unabhängig davon, ob die finanzielle Situation sehr gut oder sehr schlecht ist. Wie kann ein Kind den Umgang mit Geld erlernen, wenn in der Familie nicht über Geld gesprochen wird?

Kinder müssen keine genauen Beträge kennen, jedoch sollen sie ruhig wissen, wie die finanzielle Situation in der Familie ist – um Grenzen zu kennen, warum zum Beispiel nicht immer das neueste Spielzeug angeschafft werden kann.

Wer diesbezüglich einen offenen Umgang mit dem Kind pflegt, der kann auch damit rechnen, dass das Kind Gefühl und Verständnis für die finanzielle Situation entwickelt. Dies ist eine Möglichkeit, Kindern den Umgang mit Geld beizubringen.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Eltern erfüllen ihren Kindern gegenüber eine Vorbildfunktion und sollten auch in Sachen Geld mit gutem Beispiel vorangehen. Dieser pädagogische Aspekt spiegelt sich auf der Ebene wieder, dass Eltern nicht verschwenderisch sein sollten.

Viele Eltern nehmen ihre Kinder zum Einkauf mit und sollten dies auch tun. Kinder bekommen mit, wenn Produkte wahllos in den Einkaufswagen geschmissen werden oder reflektiert wird und Produkte miteinander verglichen werden.

Hierbei handelt es sich um ein Prinzip, dass auch unter Kindern anwendbar ist. Schließlich kostet eine Tafel Schokolade im Supermarkt weniger, als zum Beispiel am Kiosk.

Wenn es um Ausflüge geht, dann können Eltern zum Beispiel Essen und Trinken mitnehmen und sollten vermeiden, immer das Restaurant mit den Kindern zu besuchen.

Hierbei mag es sich zwar um Kleinigkeiten handeln, doch genau in diesen alltäglichen Situationen lernen Kinder den Umgang mit Geld – zumal das Konsumverhalten der Eltern natürlich auf die Kinder abfärbt.

Dies ist eine weitere Möglichkeit, Kindern den Umgang mit Geld beizubringen – kluges Haushalten, ohne den Konsum in den Mittelpunkt zu stellen.

Geld nicht als Mittel zur Belohnung verwenden

Häufig verwenden Eltern Geld, um die Leistung der Kinder zu belohnen – sei es in der Schule, beim Sport oder in anderen Lebenssituationen.

Die Gefahr besteht hierbei, dass Kinder schnell in eine Verwöhnsituation geraten und je früher das erfolgt, desto mehr und eher verlieren sie den Hang zur Realität.

Stellen Sie sich nur vor, wenn Sie ein Kind daran gewöhnen, dass es bei einem guten Zeugnis Geld erhält – was erwartet dieses dann beim Abitur, Abschluss des Studiums oder anderen Meilensteinen?

Eine angemessenere und zugleich liebevolle Möglichkeit, die Bemühungen und Erfolge der Kinder zu belohnen, sind Geschenke, die nicht materiell sind. Wenn Sie Ihre Kinder den Umgang mit Geld lehren möchten, so empfehlen wir eine gute Leistung mit Aufmerksamkeit, Erlebnissen oder gemeinsamen Unternehmungen zu honorieren.

Diese immateriellen Geschenke bedeuten insbesondere für jüngere Kinder mehr als eine festgelegte Geldsumme.

Exkurs: 30-Tage-Liste

Haben Sie schon mal von der sogenannten 30-Tage-Liste gehört? Hier schreibt man (in diesem Fall die Kinder) seine Wünsche auf ein Papier nieder. Nachdem die 30 Tage verstrichen sind, soll sich das Kind die Liste nochmal anschauen und prüfen, was es von den aufgelisteten Produkten noch immer haben möchte.

In den meisten Fällen werden Sie sehen, dass sehr viel von der ursprünglichen Liste weggefallen ist. Dies ist eine Möglichkeit, Kindern bereits ein Konsumverhalten anzutrainieren, das Impulskäufe reduziert oder ganz vermeidet.

Taschengeld für Kinder

Das Taschengeld für Kinder ist eine weitere Möglichkeit, ein gesundes Verhältnis Ihres Kindes zum Geld zu stimulieren – unter der Voraussetzung, das es verantwortungsvoll erfolgt.

Taschengeld dient nicht primär dem Zweck, Kinder mit Geld zu versorgen – sondern erfüllt die pädagogische Funktion, Kindern den Umgang mit Geld zu lehren. Das Taschengeld prägt den Umgang des Kindes mit Geld und deswegen ist es umso wichtiger, dieses richtig anzupassen.

Im Rahmen des Taschengeldes sollten sich Eltern zwei Fragen stellen:

  1. Ab wann sollten Kinder Taschengeld erhalten?
    Es ist durchaus nicht schlecht, dem Kind bereits früh ein Taschengeld anzuvertrauen. Je früher das Kind beginnt, mit Geld umzugehen, desto besser.Also ist es bereits im Vorschulalter möglich, dem Kind Taschengeld zu geben, solange dieser Betrag gering ist.Einem Vorschulkind im Alter von vier bis fünf Jahren kann man zum Beispiel eine Summe von 0,50 EUR pro Woche zur Verfügung stellen.
  2. Wie viel Taschengeld gebe ich meinem Kind?
    Wie viel Taschengeld Eltern ihrem Kind geben, ist natürlich Entscheidung der Eltern. Im Folgenden finden Sie jedoch die Richtwerte des Deutschen Jugendinstituts (DJI).
AlterHöhe des Taschengeldes
6 Jahre1,- bis 1,50 EUR pro Woche
7 Jahre1,50 bis 2,- EUR pro Woche
8 Jahre2,- bis 2,50 EUR pro Woche
9 Jahre2,50 bis 3,- EUR pro Woche
10 Jahrebis 18,- EUR pro Monat
11 Jahrebis 20,50 EUR pro Monat
12 Jahrebis 23,- EUR pro Monat
13 Jahrebis 25,50 EUR pro Monat
14 Jahrebis 30,50 EUR pro Monat
15 Jahrebis 38,- EUR pro Monat
16 Jahrebis 45,50 EUR pro Monat
17 Jahrebis 61,- EUR pro Monat
ab 18 Jahrenbis 76,- EUR pro Monat

Zwei Aspekte spielen bei der Vergabe des Taschengeldes eine ganz wichtige Rolle:

  1. Keine Kredite vergeben – wenn das Geld ausgegeben wurde, dann ist es halt weg und einen Kredit sollte es nicht geben. Lassen Sie Ihr Kind warten, bis Sie das nächste Taschengeld auszahlen. Auch in der Welt der Erwachsenen ist Geld nicht auf Abruf verfügbar.
  2. Keinen Vorschuss geben – ähnliches Prinzip wie beim Kredit. Wenn das Geld ausgegeben wurde, muss das Kind bis zum „Zahltag“ warten. Nur so lernt es, sich das Geld einzuteilen, beziehungsweise auf größere Wünsche zu sparen.

Fazit

Da Geld in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle spielt, lernen auch Kinder früh den Gefallen am Konsum kennen. An sich ist dies nicht schlecht, jedoch ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern den Umgang mit Geld beibringen – besonders in Anbetracht dessen, dass Geld in der Schule nicht thematisiert wird.

Über Geld zu reden ist eine gute Möglichkeit, dem Kind die finanzielle Situation zu schildern. Noch wichtiger ist aber, dass Eltern ihre Vorbildfunktion erfüllen und im Rahmen der finanziellen Realität leben – auch, um Kindern beizubringen, dass Geld nicht auf Bäumen wächst.

Ein weiterer Aspekt hinsichtlich der Erziehung und des Konsumverhaltens ist die Vergabe von Taschengeld, das den Umgang des Kindes mit dem Geld im Laufe des Lebens prägen wird.

Ein offener Umgang mit dem Thema Geld, ein reflektiertes Konsumverhalten der Eltern und klare Grenzen in der Vergabe des Geldes werden dazu beitragen, dass Ihr Kind ein gesundes Verhältnis zu Geld und Konsum entwickelt.