Sharing Economy: Profitieren und Geld sparen

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Haben Sie schon mal von dem Begriff Sharing Economy gehört? Im wahrsten Sinne des Wortes ist Sharing Economy als „Wirtschaft des Teilens“ zu übersetzen. Die Palette an Gegenständen und Dienstleistungen, die geteilt werden, ist riesig – Autos für Fahrgemeinschaften, Wohnungen für Reisende, das eigene Mittagessen oder auch ein Spotify-Account.

Die Sharing Economy bietet eine unkonventionelle, aber für viele Menschen gute Gelegenheit, die eigenen Ressourcen zur Verfügung zu stellen oder zusätzliches Geld zu verdienen. Deutsche Studienteilnehmer gaben zum Beispiel an, dass die größten Vorteile der Sharing Economy in einem besseres Preis-Leistungs-Verhältnis und einer direkteren Kommunikation zwischen Nutzer und Anbieter liegen.

Zudem nannten sie Umweltschutz und Ressourcenschonung als weitere Vorteile. Ganz im Geiste der Sharing Economy: Sharing is caring.

Durch ihren wachsenden Einfluss ist die Sharing Economy auch Gegenstand politischer Diskussion geworden. Politiker befürchten zum Beispiel, dass der Wohnungsmangel sowie die explodierenden Mietpreisen zum Teil auch dem Community-Marktplatz Airbnb geschuldet sind. Auch die Taxibranche stellte sich in 37 Städten weltweit mit einem Streik gegen das Dienstleistungsunternehmen Uber.

Laut Statista ist die Zahl der Airbnb-Unterkünfte in Deutschland zwischen 2014 und 2018 von 26.000 auf 150.000 gestiegen – in nur 4 Jahren. Die Sharing Economy hat sich im Laufe der Zeit zu einer „kreativen“ Branche mit vielen Verdienstmöglichkeiten entwickelt.

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen einige nützliche Online-Portale für verschiedene Lebensbereiche, die eine interessante Erfahrung sind oder auch für finanzielle Zwecke genutzt werden können.


Lebensmittel

  • Eatwith

Bei Eatwith handelt es sich um ein Portal für kulinarische Fans. Gastgeber (der auch Sie sein können) bekochen nicht nur sich, sonder eine gewisse Anzahl an Menschen im Rahmen eines Mittag- oder Abendessens. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einen Brunch, 2 bis 3-stündige Kochkurse oder kulinarische Touren zu lokalen Märkten sowie Gourmet-Läden zu organisieren.

Wie auch bei anderen Sharing Economy-Portalen liegt die Betonung darauf, mit anderen Menschen zusammenzukommen und zu teilen. An Eatwith geht eine Provision von 15%.

Fazit: Eatwith ist eine interessante Erfahrung und lohnt sich besonders für Menschen, die Gefallen daran haben, andere Menschen zu bekochen und mit diesen in Kontakt zu treten. Reich wird man damit jedoch nicht.

  • Too good to go

Wussten Sie, dass in deutschen Haushalten rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll landen? Das ist rund ein Drittel der gesamten Produktion! Die Devise von Foodsharing lautet „lieber Essen teilen als es wegzuschmeißen“. Wer zum Beispiel in den Urlaub fährt und noch Lebensmittel im Kühlschrank hat, der kann Sie auf sinnvolle Art und Weise loswerden. Sparfüchse finden mit Foodsharing eine schnelle sowie günstige Art und Weise, Lebensmittel zu beschaffen.
Als Beispiel ist die App „Too good to go“ zu nennen.

 

Reisen & Wohnen

  • Airbnb

Das Unterkunftsportal Airbnb zählt auf dem deutschen Markt etwa 8 Millionen Kunden und ist eine Alternative zu Hotels sowie Hostels! Wer in eine andere Stadt verreist, der bucht sich also eine Wohnung über den Community-Marktplatz Airbnb oder mietet sich ein Zimmer in einer Wohnung. Das Szenario funktioniert auch andersrum:

Wer über ein leerstehendes Zimmer oder gar eine leerstehende Wohnung verfügt, der kann diese vermieten und sich eine beträchtliche Summe dazuverdienen. Die Provision für Gastgeber beträgt bei Airbnb lediglich 3%.

Interessant:
Forscher haben das Konsumverhalten von Millennials, also von Menschen, die um die Jahrtausendwende geboren sind, analysiert und herausgefunden, dass primär finanzielle Gründe eine Rolle spielen – die Airbnb Zimmer- oder Unterkünfte sind nämlich eine kostengünstige Alternative zu „klassischen“ oder „konventionellen“ Übernachtungsmöglichkeiten wie zum Beispiel Hotels.

  • Couchsurfing

Ein weiteres spannendes Konzept, das unter jungen Menschen populär ist, nennt sich Couchsurfing. Couchsurfing ist ein Internet-Portal, das mehr als 14 Millionen Menschen auf der gesamten Welt verbindet. Hier bieten Reisende einander kostenlose Schlafplätze an.

Für den Wohnungs- oder Hausbesitzer zwar nicht lukrativ, jedoch eine tolle Möglichkeit, Reisenden eine Unterkunft zu bieten und Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen. Auch Menschen mit einem sehr begrenzten Budget können so verreisen und sich die Kosten einer Übernachtung in einer anderen Stadt sparen.

Fazit: Couchsurfing ist ein passendes Portal für Menschen, die gerne reisen, helfen oder einfach nur Geschichten austauschen möchten.

Transport

  • Uber

Als kostengünstige Alternative für eine Taxifahrt innerhalb von Städten ist Uber zu nennen. Der Dienstleister ist momentan lediglich in den deutschen Städten München und Berlin verfügbar. Die Eroberung weiterer Städte soll folgen. Auch der größte Konkurrent von Uber, Lyft, hat angekündigt, auf den deutschen Markt zu expandieren. Für Leute, die in der Freizeit gerne den einen oder anderen Cent dazuverdienen möchten und kein Problem damit haben, im Auto zu sitzen, ist Uber eine gute Nebenverdienstmöglichkeit.

Für Menschen, die mit Freunden unterwegs sind und Geld sparen möchten auch. Wussten Sie, dass ein Uber-Fahrer in New York City 29$ pro Stunde verdient? Das entspricht einem Tagessatz von 232$ – mehr als manch anderer Beruf. Der nationale Durchschnittsverdienst mit Uber liegt in den Vereinigten Staaten bei etwa 15 $ pro Stunde.

  • Blablacar

Und längst ist es nicht mehr nötig, den Bus oder einen Zug zu nehmen, um in eine andere Stadt zu gelangen. Das macht die internationale Mitfahr-Zentrale Blablacar möglich. Das Unternehmen gibt es europaweit in 22 Ländern und hat mehr als 70 Millionen Mitglieder.
Für Fahrer, die eine Strecke zwischen zwei Städten (auch länderübergreifend) tätigen und gerne das Spritgeld sparen würden oder einfach gerne während der Fahrt mit anderen Passanten reden möchten, ist Blablacar ideal geeignet.

Auch für Mitfahrer ist dies ein sinnvolles Konzept, da die angebotenen Fahrten manchmal günstiger oder schneller sind, als die Reise mit einem Bus. Vielleicht sind aber auch die Abfahrtszeiten flexibler und passen somit besser in den Reiseplan.

Hilfestellung im Alltag

  • Helpling

Benötigen Sie eine Putz- oder Reinigungshilfe, Personal für den Umzug (wie zum Beispiel einen Entrümpler oder Umzugshelfer) oder jemanden für Malerarbeiten? Oder umgekehrt: Sind Sie Umzugshelfer, Putzkraft oder handwerklich begabt? In jedem Fall heißt die Antwort auf beide Fragen Helpling. Das Online-Portal Helpling ist führender Marktplatz zur Vermittlung von Putzkräften.

Diese brauchen bei der Anmeldung lediglich einen Gewerbeschein sowie eine Steuernummer. Sollte die Putzfachkraft beim Fegen mit dem Staubwedel ein Porzellanobjekt umschmeißen, dann ist auch für diesen Fall gesorgt. Die Versicherung von Helpling übernimmt nämlich einen Schaden von bis zu drei Millionen Euro.

Wie Sie sehen ist die Sharing Economy ein sehr vielfältiger und kreativer Sektor, der beinahe alle Lebensbereiche abdeckt. Doch skeptische Stimmen aus der Politik zeigen ebenfalls die Schattenseiten der Sharing Economy auf – steigende Mietpreise vermutlich aufgrund von Airbnb, Unternehmen die sich am Angebot anderer Bereichern sowie eine zunehmende Zahl an Tagelöhnern sind Argumente, die häufig zu hören sind.

Jeder Verbraucher entscheidet selbst, ob er von der Wirtschaft des Teilens Gebrauch machen möchte oder auf konventionelle Konsummuster schwört. Schlecht ist es jedoch nicht, die verschiedenen Plattformen samt deren Angeboten zu kennen und sich einen Überblick über die eigenen Möglichkeiten zu verschaffen.