Tagesgeld oder Festgeld – Was ist besser?

  • 24. März 2020
  • 4 Minuten Lesezeit
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Die Suche nach einer passenden Anlageform ist keine einfache, da es sehr viele Anlagemöglichkeiten gibt. Laut statista entscheiden sich die meisten Deutschen für ein Sparbuch beziehungsweise ein Girokonto, obwohl die Zinsen für diese Form der Geldanlage durch die Niedrigzinsphase rapid gesunken sind.

So stellen sich viele Sparer die Frage, ob es besser ist, das Geld auf einem Festgeldkonto oder einem Tagesgeldkonto anzulegen.

In diesem Beitrag beleuchten wir die Unterschiede zwischen Tagesgeld sowie Festgeld und bewerten die jeweilige Anlageform nach fünf verschiedenen Kriterien.

Kriterien

  1. Zinsen
  2. Flexibilität
  3. Sicherheit
  4. Anlagebetrag
  5. Planbarkeit

Definition: Was ist Tagesgeld?

Beim Tagesgeldkonto handelt es sich um ein verzinstes Konto, das der Geldanlage dient. Es verfügt über keine feste Laufzeit, was bedeutet, dass der Sparer jederzeit auf sein Geld zugreifen kann.

Definition: Was ist Festgeld?

Beim Festgeld handelt es sich um eine längerfristige Anlage, bei der Ihr Geld über einen gewissen Zeitraum bei der Bank geparkt wird. Diese Anlageform eignet sich primär für Menschen, die nicht um jeden Preis finanzielle Flexibilität benötigen.

Tagesgeld vs. Festgeld – der Vergleich

Zinsen

Da Banken beim Festgeld länger mit Ihrem Geld arbeiten können (das Tagesgeldkonto lässt sich jederzeit auflösen), indem es auf dem Geldmarkt genutzt wird, erhalten Sie dementsprechend auch höhere Zinsen.

Faustregel: Je länger der Zeitraum der Anlage, desto höher die Zinsen.

Wer sich also für ein Festgeldkonto entscheidet, der sollte in Erwägung ziehen, einen umso längeren Anlagezeitraum zu wählen.

Seien Sie jedoch vorsichtig – bei kurzen Laufzeiten bringt das Festgeldkonto kaum mehr als das Tagesgeldkonto. Beim Tagesgeldkonto müssen Sie außerdem mit Zinsschwankungen rechnen, die Sie beim Festgeldkonto nicht in Kauf nehmen müssen.

Gewinner: Festgeld

Flexibilität

Das Festgeldkonto wird für eine vereinbarte Laufzeit angelegt, wodurch keine vorzeitige Kündigung vorgesehen ist.

Das ist beim Tagesgeldkonto anders: Hier gibt es weder Kündigungsfrist noch Laufzeitbindung, wodurch es sich hier um eine weitaus flexiblere Anlageform handelt.

Wer geplant hatte, Geld auf einem Festgeldkonto über mehrere Jahre liegen zu haben, dieses aber doch frühzeitig kündigen muss, der muss einen entsprechenden Antrag stellen und auf Kulanz der Bank hoffen.

Häufig kommt es zu folgenden Situationen:

  • Die Bank lehnt Ihr Gesuch ab.
  • Die Bank streicht die vorgesehenen Zinsen für Ihr Festgeldkonto.
  • Wurden bereits Zinsen ausgezahlt, erhebt die Bank Stornogebühren.

Eine Bank muss die Kündigung akzeptieren, wenn Sie Hartz-IV-Bezieher werden, eine Insolvenz droht oder der Kontoinhaber verstirbt.

Das Tagesgeldkonto hat durch seine Verfügbarkeit in Sachen Flexibilität die Nase vorne.

Gewinner: Tagesgeld

Sicherheit

Neben der Flexibilität sowie der Höhe der Zinsen spielt insbesondere die Sicherheit eine wichtige Rolle bei der Wahl der passenden Geldanlage.

In punkto Sicherheit müssen Sie sich weder beim Tagesgeld- noch beim Festgeldkonto Gedanken machen. Keine der beiden Anlageformen unterliegt Kursschwankungen.

Im Euroraum ist mit beiden Formen also sicher angelegt. Das liegt auch daran, dass eine gesetzliche Einlagensicherung der Europäischen Union bis 100.000,- EUR je Kunde je Bank gilt.

Im Entschädigungsfall übernimmt das Einlagensicherungssystem die Kontaktaufnahme und Sie sollten das Geld innerhalb von 20 Werktagen erhalten. Das gilt für beide Sparformen.

Unentschieden

Mindesteinlage

Für Festgeldkonten ist in der Regel eine Mindesteinlage vorgesehen. Der Einstiegsbetrag liegt bei bis zu 5.000,- EUR, kann je nach Anbieter aber natürlich auch geringer sein.

Die Comdirect zum Beispiel bietet die Möglichkeit, ab einem Betrag von 500,- EUR anzulegen.

Anders sieht es beim Tagesgeld aus: Hier lassen sich bereits Beträge ab 1,- EUR anlegen. Wer also nicht so viel Geld zur Verfügung hat, ist mit der Eröffnung eines Tagesgeldkontos besser beraten.

Gewinner: Tagesgeld

Planbarkeit

In Sachen Planbarkeit beziehungsweise Zinssicherheit hat das Festgeld die Nase vorn. Wer sein Festgeld bei der Bank anlegt, der weiß nach Ablauf der Anlagedauer genau, wieviel Geld er erhält.

Bei den Tagesgeldzinsen ist das nicht so, da es sich hierbei vielmehr um Momentaufnahmen handelt.

Der Zinssatz für Tagesgeldkonten ist von den Zinsschwankungen am Finanzmarkt abhängig und kann somit je nach Entwicklung höher oder niedriger ausfallen.

Gewinner: Festgeld

Fazit

Die Frage danach, ob ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto besser ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. In zwei Kriterien konnte das Tagesgeld punkten, nämlich Flexibilität sowie Mindesteinlage.

Vorteile und Nachteile von Tagesgeldkonten

  • Variabler Zinssatz
  • Niedrigere Zinsen als Festgeld

In Sachen Sicherheit gibt es weder Gewinner noch Verlierer, da Tagesgeld und Festgeld gleichermaßen durch die Einlagensicherung der EU abgesichert sind.

Das Festgeld hingegen geht in den Kategorien Zinsen sowie Planbarkeit als Sieger hervor.

Vorteile und Nachteile von Festgeldkonten

  • Kein Zugang zu Kapital während Laufzeit
  • Mindesteinlage

Die bessere Geldanlage ist also diejenige, die zu Ihren finanziellen Bedürfnissen sowie zu Ihrer aktuellen Situation passt. Wer mehr Kapital zur Verfügung hat und kein Problem damit, langfristig anzulegen, ist mit einem Festgeldkonto besser beraten.

Während das Tagesgeldkonto besser für Sparer mit etwas weniger Geld geeignet ist. Suchen Sie nach weiteren Inspirationen für Anlagen? Lesen Sie mehr über 5 interessante Anlagemöglichkeiten sowie sichere Geldanlagen für 2020!
Autor Sven

Country Manager von Financer Deutschland

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Zuletzt aktualisiert 12. Mai 2020

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