Taschengeldtabelle: Wie viel ist angemessen?

  • 1. Juli 2020
  • 7 Minuten Lesezeit
  • 28 gelesen

Die einzige Geldquelle von Kindern ist das Taschengeld, das sie von ihren Eltern erhalten. Dieses lehrt Kinder bereits im frühen Alter, mit dem Geld verantwortungsvoll und eigenständig umzugehen, auch wenn sie in der Schule kein praktisches Wissen zum Thema Geld & Finanzen vermittelt bekommen.

Viele Eltern fragen sich, ab wann es ratsam ist, Taschengeld an das Kind auszuzahlen. Die Empfehlung von Pädagogen lautet, bereits im Vorschulalter zu beginnen.

In diesem Beitrag finden Sie folgende Informationen zum Taschengeld

  • Taschengeldtabelle – wieviel für welches Alter
  • Wofür Kinder das Geld nutzen
  • Tipps und Empfehlungen rund um das Taschengeld
  • Wenn das Taschengeld nicht reicht

Taschengeldtabelle

Rund um das Taschengeld gibt es einige Entscheidungen, die Eltern treffen müssen – zum Beispiel ab wann Sie Taschengeld zahlen und welcher Betrag angemessen ist. Mit dieser Frage hat sich auch das Deutsche Jugendinstitut beschäftigt und im Rahmen der Taschengeldtabelle eine Empfehlung über die Höhe der Auszahlung des Taschengeldes gegeben.

Taschengeldtabelle: Empfehlungen des Deutschen Jugendamts

Alter des KindesTaschengeld
Unter 6 Jahre0,50 – 1 Euro pro Woche
6 Jahre1 – 1,50 Euro pro Woche
7 Jahre1,50 – 2 Euro pro Woche
8 Jahre2 – 2,50 Euro pro Woche
9 Jahre2,50 – 3 Euro pro Woche
10 Jahre15,50 – 18 Euro pro Monat
11 Jahre18,00 – 20,50 Euro pro Monat
12 Jahre20,50 – 23,00 Euro pro Monat
13 Jahre22,50 – 25 Euro pro Monat
14 Jahre25,50 – 30,50 Euro pro Monat
15 Jahre30,50 – 38,00 Euro pro Monat
16 Jahre38,00 – 45,50 Euro pro Monat
17 Jahre45,50 – 61 Euro pro Monat
18+ Jahre61 – 76 Euro pro Monat

Die Höhe des Taschengeldes spielt nicht die entscheidende Rolle – sondern eher die Tatsache, dass Ihr Kind bereits in einem frühen Alter und regelmäßigen Abständen einen festgelegten Geldbetrag erhält.

Gut zu wissen

Bedenken Sie auch, dass es sich bei der Taschengeldtabelle um Empfehlungen handelt. Die tatsächliche Höhe des Taschengeldes sollte stets individuell ausgehandelt werden und hängt auch von den Einkommensverhältnissen der Eltern ab.

Was kaufen sich die Kinder vom Taschengeld?

Der Beitrag lässt bereits erahnen, dass die Zahlung von Taschengeld pädagogisch sinnvoll ist. Doch wofür geben Kinder eigentlich ihr Taschengeld aus? Aufschluss darüber gibt die KidsVerbraucherAnalyse. Diese hat Kinder zwischen 6 und 13 Jahren befragt, die Taschengeld erhalten.

Das sind die Ergebnisse der Umfrage:

Wir empfehlen, die Käufe der Kinder nicht zu bewerten. Das Taschengeld ist dafür da, damit sich Kinder kaufen, was sie möchten – es sei denn, es handelt sich um illegale oder gefährliche Artikel. Ansonsten sollten sich Eltern nicht in die Käufe der Kinder einmischen, schließlich hat kein Kind Spaß am Taschengeld, wenn die Eltern entscheiden, was das Kind zu kaufen hat.

Taschengeld – wöchentlich oder monatlich?

Wenn Sie einen Betrag definiert haben, den Sie an Ihr Kind auszahlen, stellt sich nun die Frage, ob es sinnvoller ist, das Taschengeld wöchentlich oder monatlich auszuzahlen. Auch hierzu liefert das DJI eine Empfehlung.

Für Grundschulkinder eine wöchentliche Auszahlung

Bis zu einem Alter von zehn Jahren sollte das Taschengeld auf wöchentlicher Basis ausgezahlt werden. Das liegt daran, dass Kinder im Grundschulalter Schwierigkeiten haben, den ganzen Monat finanziell zu planen.

Ab der weiterführenden Schule sollten Sie das Taschengeld in voller Höhe zu Beginn des Monats auszahlen – ähnlich wie Erwachsene sollten Kinder lernen, sich das Geld über den Monat hinweg einzuteilen.

Exkurs: Taschengeldparagraph

Den sogenannte Taschengeldparagraph finden Sie im § 110 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Dieser räumt Kindern vereinfacht gesagt das Recht ein, sich von ihrem Taschengeld zu kaufen, was sie möchten. Wird der Kauf von gewissen Artikeln ausdrücklich von den Eltern verboten, haben die Erziehungsberechtigten das letzte Wort.

Tipps und Empfehlungen für das Taschengeld

Im Folgenden präsentieren wir einige Tipps und Empfehlungen für das Taschengeld:

  • Planen Sie feste Zeiten ein, wann Sie das Taschengeld auszahlen und halten Sie sich an diese
  • Nutzen Sie das Taschengeld nicht für Belohnungen oder Bestrafungen für gute oder schlechte Noten
  • Mischen Sie sich nicht zu viel ein und lassen Sie Ihr Kind eigenständig finanzielle Entscheidungen treffen, nur so lernt es den Umgang mit Geld
  • Sprechen Sie mit Ihren Kindern über Geld, damit es Verständnis dafür hat, wenn ihm nicht jeder Wunsch erfüllt wird
  • Verzichten Sie darauf, Ihrem Kind das Taschengeld häufig vorzustrecken
  • Seien Sie selbst ein gutes finanzielles Vorbild – leben Sie nicht über Ihren Verhältnissen
  • Angemessene Taschengeldhöhe – geben Sie nicht zu viel und nicht zu wenig, werfen Sie einen Blick auf die Taschengeldtabelle

Wenn das Taschengeld nicht reicht

Wenn dem Kind das Taschengeld nicht ausreicht, um über die Runden zu kommen, dann empfehlen wir Ihnen, sich mit dem Kind zusammenzusetzen und eine Übersicht über die Ausgaben zu erstellen.

Aufpassen

Zwar können Sie durchaus mal Ausnahmen machen und dem Kind vor Monatsende Geld leihen – in der Regel sollten Sie aber darauf verzichten, dem Kind einen Vorschuss zu geben. Das Taschengeld ist schließlich da, um Kindern den Umgang mit Geld zu lehren.

Eine gute Empfehlung, um sich den einen oder anderen Euro zum Taschengeld dazuzuverdienen lautet: Kinder für kleinere Aufgaben zu bezahlen. Das sollte nicht für alltägliche Aufgaben gelten, die das Kind ohnehin erledigen soll, sondern für anspruchsvollere Aufgaben – zum Beispiel Gartenarbeit oder eine Autowäsche. Das schult das Verhalten der Kinder – nämlich lernen Sie, dass man sich das Geld verdienen muss, und es nicht einfach vorhanden ist.

Taschengeld auf Konto überweisen

Es ist durchaus sinnvoll, das Taschengeld für das Kind auf ein Konto zu überweisen, da es dem Kind ein stärkeres Gefühl von Autonomie verleiht. Außerdem lernt das Kind bereits früh, mit dem Online-Banking umzugehen – in Zeiten der Digitalisierung (auch im Finanzsektor) sicherlich ein nützliches Unterfangen.

Viele Banken bieten Konten für Kinder an – dabei kann es sich um folgende Formen handeln:

Ausgewählte Girokonten können für Kinder ab sieben Jahren eröffnen werden. Ab dem vierzehnten Lebensjahr erhält das Kind eine Girocard. Hierbei handelt es sich um ein Konto ohne Dispo – es ist also nicht möglich, dieses zu überziehen.  

Geldmünzen

Fazit

Das Taschengeld ist für Kinder ein erster Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit und lehrt sie, mit dem Geld umzugehen. Die Taschengeldtabelle des DJI gibt Empfehlungen darüber, ab wann und in welcher Höhe Sie das Taschengeld auszahlen sollten. Hierbei handelt es sich um Richtwerte – als Eltern entscheiden Sie über einen angemessenen Betrag, der auch von Ihrer finanziellen Situation abhängt.

Kinder im Grundschulalter sollten das Taschengeld auf wöchentlicher Basis erhalten – ab der weiterführenden Schule auf monatlicher Basis. Nutzen Sie das Taschengeld nicht als Druckmittel und mischen Sie sich nicht allzu sehr in die Konsumwünsche des Kindes ein, es sei denn, es kauft illegale oder gefährliche Gegenstände.

Empfehlung

Wir raten davon ab, dem Kind häufig Geld vorzustrecken – dadurch verliert es die nötige Disziplin zum Sparen. Sie können aber die Möglichkeit bieten, sich mit kleinen „Nebenjobs“ den einen oder anderen Euro dazuzuverdienen.

Autor Sven

Country Manager von Financer Deutschland

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Zuletzt aktualisiert 1. Juli 2020

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