Welcher Anlegertyp bin ich?

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Wer ausreichend Geld hat und sich damit befassen kann, sein Geld zu investieren, der kann sich glücklich schätzen. Bevor Sie in den Aktienhandel einsteigen oder andere Investitionsmöglichkeiten in Erwägung ziehen, sollten Sie Ihre aktuelle Lage gut analysieren und sich die Frage stellen: „Welcher Anlegertyp bin ich?“.

In diesem Beitrag helfen wir Ihnen zu ermitteln, welcher Anlegertyp Sie sind und geben Auskunft darüber, welche Investitionen Sie in Ihrem finanziellen Rahmen tätigen können.

Wir empfehlen Ihnen, erst eine Investition zu tätigen, wenn Sie sich entschieden haben, wie und wo Sie Ihr Geld am liebsten investieren möchten. Insgesamt gibt es drei Faktoren, die im Rahmen solch einer Entscheidung ausschlaggebend sind:

  1. Der Gewinn
  2. Die Sicherheit
  3. Die Verfügbarkeit über das investierte Geld

Welche Anlegertypen gibt es?

Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Anlegertypen, die sich je nach Risikobereitschaft (sehr gering bis sehr hoch) sowie Anlageziel grundlegend unterscheiden. Mit Sicherheit wäre es möglich, etliche Anlegertypen zu klassifizieren, in der Regel unterscheidet man jedoch zwischen drei verschiedenen Anlegertypen:

Risikoklasse 1 – der Konservative

Der konservative Anleger gilt als besonnener als seine spekulativen Mitstreiter. Er scheut das Risiko und setzt darauf, sein angelegtes Geld zu erhalten, da es ihm schwerfällt, das Geld zu verlieren.

Diese Art von Anleger verzichtet auf höhere Gewinnchancen und hat zum Ziel, mit seiner Geldanlage eine geringe, aber langfristige und sichere Rendite zu erzielen. Möglicherweise möchte der konservative Anlegertyp seine Ersparnisse „für die Zukunft“ anlegen – zum Beispiel die eigene Vorsorge, einen Immobilienkauf oder die Ausbildung der eigenen Kinder.

Welche Finanzprodukte eignen sich für den konservativen Anlegertypen?

Anlagezeitraum: langfristig

Risikoklasse 2 – der Gemäßigte

Der gemäßigte Anlegertyp handelt risikobewusst, aber zugleich ausgewogen, indem er Entscheidungen bezüglich Rendite und Risiko genauestens abwägt.

Das Ziel lautet also, Gewinne zu machen, die höher als bei den traditionellen Sparformen sind, dabei aber ein überschaubares Risiko einzugehen. Im Gegensatz zum konservativen Anlegertyp nimmt der gemäßigte Anlegertyp Wertschwankungen der Anlage in Kauf.

Welche Finanzprodukte eignen sich für den gemäßigten Anlegertyp?

Anlagezeitraum: mittel- bis langfristig

Risikoklasse 3 – der Risikobereite

Wie der Name bereits erahnen lässt, ist die Risikobereitschaft beim dritten Anlegertyp sehr hoch. Er ist spekulativ – und ein waschechter Zocker. Eine hohe Gewinnchance ist die oberste Priorität – wodurch geringe Sicherheiten und ein hoher Verlust in Kauf genommen werden.

Der Risikobereite verfolgt den Markt intensiv, da er auf Chancen lauert und schichtet seine Anlagen häufig um, damit er seine Gewinnchancen maximiert. Häufig verfügt dieser Anlegertyp über erhebliche Kenntnisse in der Finanzwelt – zumindest sind diese für einen Zocker vorauszusetzen, da man sich über den hohen spekulativen Charakter der Anlage bewusst sein sollte.

Welche Finanzprodukte eignen sich für den gemäßigten Anlegertyp?

Anlagezeitraum: kurz- bis mittelfristig

Weitere Informationen zu spekulativeren Anlageformen finden Sie in unserem Beitrag über CFD-Trading.

Fragen, die Ihnen dabei helfen, den Anleger-Typ zu ermitteln

In diesem Beitrag haben Sie bereits nützliche Informationen zu den Möglichkeiten erhalten und Indikatoren, die für einen gewissen Anlegertyp sprechen. Um den eigenen Anlegertyp noch besser einschätzen zu können, sollten Sie insbesondere über Ihre aktuellen Kapazitäten sowie Ihre Einstellung zum Geld reflektieren und sich folgende Fragen stellen:

Lebenssituation & Finanzlage

  1. Wie lange verdienen Sie noch Geld und in wie vielen Jahren gehen Sie in den Ruhestand?
  2. Wie viel % Ihres eigenen Einkommens können Sie monatlich sparen?
    Liegt dieser Betrag bei 20 % oder bei 40 %?
  3. Wie hoch ist Ihr aktuell angelegtes Vermögen?
  4. Haben Sie Kreditverpflichtungen oder sind Sie schuldenfrei?

Zusammenfassend lässt sich hier sagen, dass es einen Unterschied macht, ob Sie noch 30 Jahre alt sind, noch mehrere Berufsjahre vor sich haben und über ein geringeres Startkapital verfügen, oder ob Sie 50 Jahre alt sind und über ein höheres Startkapital verfügen – dafür aber noch weniger Jahre beschäftigt sind als ein 30-Jähriger.

Planung & Risikobereitschaft

  1. Wie hoch schätzen Sie Ihre Risikobereitschaft ein? Vermeiden Sie grundsätzlich Risiken oder sind Sie eher risikobereit?
  2. Verfügen Sie bereits über Wissen über Geldanlage oder müssen Sie sich dieses erst aneignen?
  3. Wofür legen Sie an? Möchten Sie mit einer Anlage Millionär werden oder lediglich zur privaten Altersvorsorge beitragen?
  4. Über welchen Zeitraum planen Sie die Anlage? Handelt es sich um eine kurzfristige Anlage bis zu 2 Jahren oder verfolgen Sie eine langfristige Anlage über 10 Jahre?
Die obengenannten Fragen dienen als guter Anhaltspunkt, um das eigene Verhältnis zum Geld zu hinterfragen und um festzulegen, ob Sie bereit sind, ein Risiko einzugehen oder ein eher konservativer Anlegertyp sind.

Fünf goldene Tipps für die Geldanlage

Im Folgenden liefern wir Börseneinsteigern fünf goldene Tipps, die eine wichtige Grundlage für den Start am Markt liefern:

  1. Typ-Analyse vollziehen – Nutzen Sie die obengenannten Fragen, um zu ermitteln, welches Ziel Sie mit der Anlage verfolgen. Wer eine gute Analyse seiner Ausgangssituation und Einstellung vollzogen hat, der kann auch das Maximum aus seinen Möglichkeiten machen.
  2. In Produkte investieren, die man versteht – Wie Sie gesehen haben, gibt es vielzählige Möglichkeiten, sein Geld anzulegen. Wir empfehlen, nur in Produkte zu investieren, deren Vorteile und Nachteile sowie Funktionsweise Sie verstehen – sonst kann es zu bösen Überraschungen kommen.
  3. Anbieter vergleichen – Bevor Sie zum Beispiel ein Depot eröffnen, empfehlen wir, die vielzähligen Anbieter zu vergleichen. Denn: Je höher die Kontoführung und Transaktionskosten, desto geringer die Rendite. Während einige Banken für erfahrene Anleger konzipiert sind, bieten andere kostenlose Fortbildungsmöglichkeiten für Börseneinsteiger.
  4. Regelmäßige Überprüfung – Nehmen Sie sich die nötige Zeit, Ihre Geldanlage oder Ihr Depot regelmäßig zu prüfen. Nur so können Sie die Entwicklung Ihrer Anlageinstrumente ermitteln und haben die Möglichkeiten, auf Änderungen zu reagieren, sofern Sie dies als notwendig erachten.
  5. Impulsives Verhalten vermeiden – Wer zum Beispiel in Aktien investiert, der muss mit schwankenden Kursen rechnen. Versuchen Sie, unüberlegte und impulsive Handlungen zu vermeiden, da diese meist teurer sein können als Abwärtstrends.

Fazit

Wie dieser Text erahnen lässt, gibt es viele verschiedene Anlegertypen sowie vielzählige Investitionsmöglichkeiten. Zudem befindet sich jeder Anleger in einer individuellen Lebenssituation mit unterschiedlichen Wünschen, Bedürfnissen sowie finanziellen Kapazitäten.

Zwei wesentliche Aspekte sollten Sie in Anbetracht einer Anlage jedoch immer beachten:

  1. Ihre Risikobereitschaft
  2. Ihr Sicherheitsbedürfnis
Die Faustregel lautet: Je höher die Sicherheit, desto geringer die Gewinnchancen. Und je höher das Risiko, desto höher die Gewinnchancen – und zugleich die Verlustchancen.
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