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Was umfasst die Bonitätsprüfung?

Bonitätsprüfung – wann und warum?

Um Ihre Zahlungsfähigkeit einzuschätzen, kann es vor Vertragsabschluss zu einer Bonitätsprüfung kommen. Diese darf der Vertragspartner durchführen, wenn er ein finanzielles Risiko eingeht.

Die Bonitätsprüfung dauert vier Wochen und wird von Auskunfteien durchgeführt. Die Bonität ist ein wichtiger Faktor, da bei Negativmerkmalen Verträge oder Kredite abgelehnt werden können.

In diesem Beitrag klären wir, wie und wann Ihre Bonität geprüft wird, wo Sie die Prüfung kostenlos durchführen können sowie vieles mehr.

Bonitätsprüfung im Überblick

  • Die Bonitätsprüfung wird beim Abschluss von Handy-, Kredit- oder Wohnungsverträgen durchgeführt.
  • Sie haben das Recht, Ihre Bonität einmal pro Jahr kostenlos bei der Schufa, Creditreform oder CRIF abzufragen.
  • Je besser Ihre Bonität, desto höher die Chance, dass Sie einen Kredit mit guten Konditionen, sprich niedrigen Zinsen erhalten.
  • Bei der Bonitätsprüfung werden einige Punkte in Betracht gezogen – Arbeitsverhältnis, SCHUFA-Auskunft etc. – dazu gleich mehr.

Wann wird die Bonitätsprüfung durchgeführt?

Eine Bonitätsprüfung kann in verschiedenen Situationen durchgeführt werden. Sie wird generell getätigt, wenn Zahlungen entweder dauerhaft, nachfolgend oder in Raten geleistet werden müssen.

Grundsätzlich ist eine Einwilligung nötig und Ihre Bonität wird in folgenden Situationen geprüft:

Warum wird meine Bonität geprüft?

Es gibt mehrere Gründe, warum eine Bonitätsprüfung vollzogen wird. Im häufigsten Fall prüft ein Vertragspartner Ihre Bonität, wenn ein Risiko eingegangen wird – in Form einer Dauer- oder Ratenzahlung zum Beispiel.

Unternehmen vergeben Produkte und Dienstleistungen auf Ziel, um den Kunden mehr Flexibilität anzubieten. Dabei soll die Rückzahlung jedoch ordnungsgemäß erfolgen. Die Bonitätsprüfung gilt für den Partner sozusagen als „Versicherung“, um sich zu vergewissern, dass Sie in der Lage sind, den Betrag zu bezahlen.

Alle Kreditgeber in Deutschland sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Bonität der Kreditinteressenten vor jeder Kreditvergabe zu überprüfen.

Einerseits soll dies die Kreditgeber vor Zahlungsausfällen schützen, andererseits schützt es die Kreditnehmer vor einer Überschuldung. Bei der Bonitätsprüfung werden mehrere Daten geprüft.

  • Bonitätsprüfung positiv – Wenn das Ergebnis einer Bonitätsprüfung positiv ist, sind das gute Nachrichten für Sie! Dies bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalles bei Ihnen als gering eingestuft wird, da Sie in der Vergangenheit alle Zahlungen fristgerecht getätigt haben und Ihre berufliche Situation zufriedenstellend ist!
  • Bonitätsprüfung negativ – Wenn Sie in der Vergangenheit in Zahlungsverzug geraten sind, Mahnverfahren gegen Sie eingeleitet wurden oder Sie bereits Bekanntschaft mit dem Inkasso gemacht haben, ist ein negatives Ergebnis möglich. Das Risiko eines Zahlungsausfalls wird als eher hoch eingestuft. Erfahren Sie hier, wie Sie ihre Bonität verbessern.

Was wird bei der Bonitätsprüfung geprüft?

Eine der beiden großen Unterteilungen bei der Bonitätsprüfung ist die persönliche Kreditwürdigkeit. Hier wird geprüft, ob Sie gewillt sind, Ihren Zahlungsverpflichtungen zuverlässig nachzukommen.

Darauf kommt es bei der Bonitätsprüfung an:

Folgende Punkte spielen eine wichtige Rolle:

  • Familienstand und Anzahl der Kinder – Je größer Ihre Familie, desto höhere Ausgaben und daher höhere Anforderungen an das Mindesteinkommen bestehen.
  • Arbeitsverhältnis und berufliche Stellung – Personen mit unbefristetem Arbeitsvertrag haben es aufgrund der unsicheren Arbeitssituation schwer, einen Privatkredit zu bekommen.
  • Kontoauszüge – Wenn Mahngebühren bzw. Verzugsspesen in Ihren Kontoauszügen ersichtlich sind, verringert dies Ihre Bonität.
  • Schufa-Auskunft – Auskunfteien wie die Schufa sammeln Ihre persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum, Adresse sowie Informationen über Ihre Bankkonten, Kreditkarten, Handyverträge, Leasingverträge, Ratenzahlungsgeschäfte und Bürgschaften. Kommen Sie bei diesen Punkten in Zahlungsverzug, kann das Ihre Bonität negativ beeinflussen.
  • Bankauskünfte bzw. bisherige Erfahrungen mit dem Kreditnehmer – Hier werden vor allem die Daten der Stammkunden analysiert.

Wo kann ich meine Bonität prüfen lassen?

Nach dem §34 BDSG haben Sie das Recht, einmal im Jahr kostenlos Ihre gespeicherten Daten bei allen Auskunfteien in Deutschland zu überprüfen. Die Bonitätsprüfung hilft Ihnen, die aktuelle Lage zu ermitteln.

Die gewonnenen Informationen können Sie nutzen, um Ihre Daten bei den Auskunfteien zu verbessern und somit Ihre Chancen auf günstige Kreditbedingungen zu erhöhen.

Die Selbstauskunft können Sie postalisch oder online beantragen. Wenn Sie sich für die erste Variante entscheiden, müssen Sie eine Kopie Ihres Identifikationsausweises zur Anfrage beilegen, um sicherzustellen, dass die Auskunft nicht an Dritte vergeben wird.

Hier eine kurze Auflistung der größten Auskunfteien in Deutschland. Beim Anklicken gelangen Sie auf die Website der Auskunftei, wo Sie direkt Ihre Selbstauskunft beantragen können.

Warum ist die Selbstauskunft so wichtig?

Die SCHUFA ist die größte Wirtschaftsauskunftei in Deutschland und hat mehr als eine Milliarde Daten zu 6 Millionen Unternehmen sowie 67,9 Millionen Personen gespeichert.

Die SCHUFA ist ein wichtiger Bestandteil der Bonität und hat einen großen Einfluss auf Ihre Kreditanfrage. Das Problem ist, dass 45 % der überprüften Datensätze bei der SCHUFA unvollständig oder fehlerhaft sind und somit dazu führen können, dass Ihre Bonität ungerecht verschlechtert wird.

Regelmäßige Selbstauskunft lohnt sich

Da einige Daten bis zu mehreren Jahren gespeichert werden, hilft eine regelmäßige Selbstauskunft, mögliche Fehler zu entdecken und diese im Anschluss zu beseitigen.

Financer Tipp

Wenn Sie sich vorläufig über Ihre persönliche Kreditwürdigkeit informieren möchten, nutzen Sie unseren schnellen Bonitätscheck. Innerhalb von 5 Minuten erfahren Sie, ob Sie sich einen Kredit leisten können. Ganz anonym und kostenlos.

FAQ zur Bonitätsprüfung

Wie wird die Bonitätsprüfung durchgeführt?

Der Anbieter, bei dem Sie ein Geschäft auf Ziel abschließen möchten, fragt mit Ihrem Einverständnis bei diversen Auskunfteien nach, wie kreditwürdig Sie sind. Auskunfteien sammeln jahrelang Informationen über Ihr Kaufverhalten (Abschluss von Kaufverträgen) und ermitteln anhand dieser Informationen einen Bonitätsscore, der Anbietern hilft, Ihre Zahlungsmoral zu ermitteln. Welche genauen Angaben die Auskunfteien sammeln erklären wir im Laufe des Artikels.

Wie kann ich im Vorhinein überprüfen, ob ein Kredit für mich geeignet ist?

Wir haben für Sie ein kurzes Quiz vorbereitet. Innerhalb von 5 Minuten erfahren Sie, ob Sie sich einen Kredit aufgrund Ihrer persönlichen Kreditwürdigkeit leisten können. Dieser schnelle Bonitätscheck soll Ihnen nur eine vorläufige Einschätzung Ihrer Bonität liefern. Das Quiz ist 100% anonym und kostenlos. Denken Sie immer daran, dass ein Kredit für Sie einen gewissen Mehrwert bieten muss. Idealerweise hilft er Ihnen, mehr Geld zu verdienen oder mehr Geld zu sparen.

Wie erfolgt die Bonitätsprüfung bei der Kreditkarte?

Hier kommt es auf den Kartentyp an. Bei allen Kreditkarten, wo Sie vorab Geld zur Verfügung bekommen, nehmen Sie einen Kredit auf. Hier wird Ihre Schufa-Auskunft geprüft, in einigen Fällen müssen Sie auch Ihre Einkommensnachweise sowie Kontoauszüge übersenden. Eine Kreditkarte ohne Bonitätsprüfung und Schufa stellt die Prepaid-Kreditkarte dar. Hier laden Sie Guthaben auf und nutzen die Kreditkarte ganz ohne Bonitätscheck.

Welche Unterlagen werden zur Bonitätsprüfung herangezogen?

Hier kommt es auf den Kreditgeber bzw. das Unternehmen an, bei welchem Sie einen Kauf auf Ziel abschließen. In der Regel gilt, je höher das mögliche Ausfallrisiko, desto umfangreicher die Bonitätsprüfung. Das bedeutet, wenn Sie einen Kleinkredit über 500,- EUR für 30 Tage abschließen, kommen Sie auch ohne Einkommensnachweis oder hohen Schufa-Score aus.

Wenn Sie eine Hypothek abschließen, ist das Ausfallrisiko aufgrund der hohen Kreditsummen und langen Laufzeiten viel höher. Hier werden alle Aspekte der Bonitätsprüfung kontrolliert wie, Familienstand, Kontoauszüge, Vermögen, Schulden, Arbeitsverhältnis, Schufa-Auskunft etc.

Dies spiegelt sich auch in der Geschwindigkeit der Kreditbearbeitung und Kreditauszahlung wider.

Kann ich einen Kredit ohne Schufa beantragen?

Die Schufa-Auskunft ist nur einer der Punkte, der bei der Bonitätsprüfung herangezogen wird. Wenn Sie über einen niedrigen Schufa-Score verfügen, können Sie einen Kredit trotz Schufa beantragen. Meist handelt es sich dabei um kleinere Kreditsummen und kurze Laufzeiten. Einen Kredit trotz Schufa erhalten Sie bei Minikredit-Anbietern sowie P2P-Portalen wie Giromatch oder Auxmoney.

Wenn Sie sich überhaupt nicht wünschen, dass jemand auf Ihre Schufa-Daten zugreift, können Sie einen “Schweizer Kredit” beantragen. Dabei handelt es sich um eine Finanzierung von einer ausländischen Bank. Bei schweizer Krediten sind die Kreditkosten jedoch deutlich höher.

Kann ich einen Kredit ohne Bonitätsprüfung beantragen?

Kreditgeber prüfen immer Ihre Bonität, um sich zu vergewissern, dass Sie Ihre Schulden auch begleichen können. Wenn Sie einen Kreditgeber finden, bei dem überhaupt keine Bonitätsprüfung erfolgt, sollten Sie aufpassen. Solche Kreditgeber bzw. Kreditvermittler verlangen oft extrem hohe Kreditkosten. Es gibt einige Alternativen, bei dem Sie einzelne Kriterien der Bonitätsprüfung umgehen können, mehr dazu erfahren Sie hier.

Wann muss die Bonität geprüft werden?

In verschiedenen Situationen, zum Beispiel vor Abschluss eines Vertrags (Miete, Kredit, Mobilfunk), der Eröffnung eines Kontos oder sonstigen Zahlungen, bei denen der Vertragspartner ein Risiko eingeht.

Wie viel kostet die Bonitätsprüfung?

Bei den meisten Anbietern, wie der Schufa, CRIF oder Creditreform, können Sie einmal pro Jahr eine kostenlose Selbstauskunft vornehmen.

Wenn Sie zu Krediten ohne Bonitätsprüfung greifen, sind die Kosten immer höher. Nutzen Sie unseren Bonitätscheck sowie alle Informationen auf Financer.com, um eine rationale finanzielle Entscheidung zu treffen.

Sind Kredite ohne Bonitätsprüfung seriös?

Kreditgeber prüfen immer Ihre Bonität, um sich zu vergewissern, dass Sie Ihre Schulden auch begleichen können. In Deutschland zum Beispiel ist jedes Bankinstitut gesetzlich dazu verpflichtet, Ihren Schufa-Score abzufragen.

Aufgepasst

Wenn Sie einen Kreditgeber finden, bei dem überhaupt keine Bonitätsprüfung erfolgt, sollten Sie vorsichtig sein.

Solche Kreditgeber bzw. Kreditvermittler verlangen oft extrem hohe Kreditkosten und können unseriös sein. Es gibt einige Alternativen, bei denen Sie einzelne Kriterien der Bonitätsprüfung umgehen können, zum Beispiel:

Autor Sven Wilke

Sven Wilke ist Chief Operating Officer von Financer Deutschland und seit 2019 für das internationale Online-Vergleichsportal tätig.

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Zuletzt aktualisiert: 19. April 2021

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